Zurčck
Pos1

Die heute noch in dem Dorf Latra lebenden Schnitzer, Defreté, Koukouré und Polfoté (von links nach rechts). Die einstmals im Dorf wohnenden Schnitzer, Komité und Boumanté*1 sollen inzwischen wegen der guten Verdienstmöglichkeiten bei der Kaffe- und Kakao-Ernte in der Elfenbeinkünste in der Nähe von San Pedro und Boundoukou (Bouna) leben. Sie würden aber auch dort nach wie vor als Schnitzer arbeiten, da in dieser Gegend viele Lobi Fetischeure arbeiten würden, die für Aufträge sorgten. Der bedeutendste Schnitzer von Latara soll der 1966 in Alter von ca 70 Jahren gestorbene Palé Nifouté*2 - der Vater von Sib Polfoté, über den aber keine Lebensdaten mehr verfügbar seienn - gewesen sein, der noch fast ausschließlich mit Sankolo Holz gearbeitet habe, ein Holz, das wegen seiner Härte sehr viel schwieriger zu bearbeiten sei. Statt zwei bis drei würde man ca. fünf Tage benötigen, um eine entsprechende Figur zu schnitzen. In der Umgebung von Latara gäbe es dieses Holz nicht mehr. Aber Sib Koukouré wüßte, wo es noch zu beschaffen sei, denn manchmal würde auch heute noch ein Fetischeur vorschreiben, daß eine Figur aus diesem spröden und extrem harten Sankolo Holz zu schnitzen sei.

 

*1 vgl. Daniela Bognolo, Art d´Afrique Noire Nr. 76, 1990

*2 Vater von Difouté soll der Schnitzer Sib Diareté gewesen sein, der unter dem großen Baobab Baum des Dorfes beerdigt sei, von dem man allerdings die Lebensdaten nicht mehr genau wüßte.

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